Von Busselton nach Geraldton

Da sind wir nun also. In Nannup. Nach einem kurzen Besuch der Tourismus Info wissen wir nicht viel mehr als vorher nur dass der Munda Biddi „more and more popular“ werde.. . Na das sind wir ja mal gespannt was das genau zu bedeuten hat...

 

Unsere erste Nacht auf dem Mountainbike Trail verbringen wir in einer Hütte die zu einem dem Munda Biddi parallel verlaufenden Trail gehört. Die Hütte liegt etwas näher zum Ausgangsort und ist in Anbetracht unserer Anfahrt von Busselton gerade ideal gelegen. Die Hütte oder besser gesagt die nähere Umgebung der Hütte teilen wir mit einem neugierigen Possum.

Der gesamte Trail verläuft durch Wälder und Nationalparks abseits von Strassen und somit abseits von jeglichem Verkehr. Häufig fahren wir über „Single Trails“ scheinbar kreuz und quer durch den Wald. Die Qualität der Unterlage ist so ungefähr zweigeteilt. Abgesehen von einigen wenigen sandigen und mit dem Tourenbike kaum fahrbaren Abschnitten ist der Trail von Nannup bis Dwellingup eine tolle Sache und eher auf der relaxten Seite. Von Dwellingup in Richtung Norden wird es dann eher sehr mühsam. Sogenannter „Pea Gravel“ und lange sandige Strassen und manchmal beides miteinander gemischt machen das Fahrradfahren im hügeligen Gelände häufig zur Qual. Auch ohne viel Gepäck, also nur mit einem Mountainbike, sind weite Abschnitte nicht als fahrbar zu bezeichnen auch wenn einem der Trail auf der Webseite als Familien Fahrradroute verkauft wird. Hier heisst es dann schieben, schieben und nochmal schieben. An unserem schlimmsten Tag haben wir gerade mal 35 km in 5 Stunden zurückgelegt. Immerhin sind die Camps auf dem Trail so angelegt dass man nach 5 Stunden Schieben jeweils das nächste Camp erreicht. Die Munda Biddi Camps sind dann auch das Beste am ganzen Trail. Die offenen Hütten verfügen über Schlafplätze, Regenwassertanks und Toiletten und sind für Autos unzugänglich. Wir geniessen die ruhigen Nächte im Busch. Entgegen der besagten Popularität des Trails treffen wir nur selten viele Leute in den Hütten. Diejenigen die wir treffen sind mit leichtem Gepäck unterwegs oder haben sogar Car-Support.

Neben den Camps führt der Trail auch durch mehrere kleiner und grössere Dörfer die es einem erlauben die Lebensmittelreserven aufzufüllen.

Bei einer der letzten Hütten treffen wir drei Biker von denen wir den einen bereits etwas weiter im Süden kennengelernt haben. Der eine von den Dreien muss kurz vorher in hohem Bogen in den Busch geflogen sein. An seinem rechten Arm klafft ein tiefe rechtwinklige Fleischwunde. Wir können zum ersten Mal unsere Apotheke und deren Inhalt wirklich brauchen. Unsere gesamten Steri Strip Reserven gehen beim Wunde zusammenbasteln drauf.

Die letzte Trail Etappe führt uns schlussendlich nach Mundaring, einem Vorort von Perth. Einerseits freuen wir uns wieder auf geteerten Strassen fahren zu können, aber auf der anderen Seite ist auch der Stress und Lärm der Lastwagen und Autos wieder zurück.

Von Mundaring gehts dann mit einem Overnight Stop in Midland, mehr oder weniger auf Radwegen, nach Perth zu Janey, Ruedi und Anthony. Nach Adelaide haben wir uns seit längerem wieder einmal über Warmshower eine Bleibe gesucht. Und diesmal mit einigen Anfragen, bedingt durch die Osterferien. Der Zufall will es aber dass wir nach einem kurzen Coca-Cola Halt von Andrew angesprochen werden. Er ist ebenfalls bei Warmshower und lädt uns spontan zum Übernachten bei sich ein. Sein Übernachtungsangebot müssen wir ablehnen, aber nach einer Tasse Kaffee und Imbiss begleitet er uns zum Haus von Glausers. So einfach und direkt sind wir bis jetzt noch nie bei jemandem vorgefahren.

Neben einem Besuch von Fremantle und dem Zentrum von Perth haben wir auch noch eine Mission zu erfüllen. Wir müssen die Reifen der Vorderräder ersetzen. Schwalbe Reifen müssen her. Nach einigem Herumfahren werden wir auch fündig und können die letzten zwei übrig gebliebenen Duremes durch Marathon Plus ersetzen. Unser Fazit zu Schwalbe Marathon Dureme: Die Reifen sind für Touren zu wenig robust gebaut. Sie sind zwar leicht und faltbar aber wenig geeignet um im Glasscherben geprägten australischen Alltag lange zu überleben. Wir hatten pro Kilometer auch deutlich mehr Plattfüsse als mit den leider nicht mehr erhältlichen Marathon XR Reifen.

Am Abend geniessen wir jeweils die Küche von Ruedi und schauen uns einmal sogar ein gesamtes Footy Game im Fernsehen an....sage und schreibe 3 Stunden.. .

Frisch bereift und ausgeruht nehmen wir die Westküste Australiens in Angriff. Dem Freeway entlang führt ein Radweg den wir benützen um Perth in Richtung Norden zu verlassen. Einen kurzen Kaffee Stop wollen wir beim IKEA einlegen. Erschüttert müssen wir nach 2 Stunden erfahren, dass wir bereits daran vorbeigefahren sind...Wir begnügen und mit einem Kaffee und Muffin bei Bunnings.

Irgendwann endet dann auch der Freeway und wir fahren auf dem Indian Ocean Drive weiter. Die erste Nacht nach Perth verbringen wir auf dem Moore River Rest Area. Aus dem Fluss können wir unser Trinkwasser schöpfen. Zu unserem Schrecken kreuzen kurz vor der Dunkelheit Wicked Camper auf, aber glücklicherweise beginnt es zünftig zu regen und die Lärmbrüder und Schwestern verschwinden in ihren abgewrackten Bussen und lassen Ruhe einkeheren.

Nach einem Besuch der Pinakles, einer kuriosen Felsformation, erreichen wir am folgenden Nachmittag Cervantes. Mit massivem Osterverkehr fahren wir über Leeman nach Geraldton. Geraldton ist eine gemütliche kleine Stadt direkt an der Küste. Nach einem Ruhe- und Futtereinkaufstag machen wir uns für den Folgetag bereit und stellen den ersten ernsthafteren Defekt an unseren Bikes fest. Genauer gesagt an Ursula's Anhänger. Die eine Radeinhängung am Anhänger ist ausgebrochen. Wir werden also noch einmal in Geraldton übernachten und uns jemanden suchen müssen der das wieder anschweissen kann.

Am Morgen fahren als erstes zum Bikeshop. Hier lernen wir Paul kennen. Er weiss sofort jemanden, seinen Nachbarn, der den Schaden beheben kann. Paul lädt uns auch gleich noch zu sich zum Übernachten ein. Wir geniessen wieder einmal die Gastfreundschaft der Australier. Wir liegen noch im Bett als wir von draussen Geräusche eines Schweissgerätes und einer Schleifmaschine hören. Garry, der Nachbar von Paul, ist bereits dabei unseren Anhänger auf Vordermann zu bringen. Etwas später bringt er das Teil repariert und frisch lackiert zu uns rüber.

Zufrieden aber etwas spät verabschieden wir uns an diesem Morgen von Paul, Deborah und Garry.

Ab hier nimmt der Verkehr wieder deutlich ab dafür aber die Abstände zwischen den Ortschaften zu...

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